Ismene, Schwester von (Zus van)
Monolog von Lot Vekemans, aus dem Niederländischen von Eva M. Pieper
Ismene, Tochter des Ödipus, Schwester von Sophokles‘ berühmter Titelfigur, war über Jahrtausende eine Nebenstimme im Chor der Tragödien. Nun tritt sie hervor. Dreitausend Jahre nach ihrem Tod findet sie sich in einem Zwischenreich wieder, jenseits von Zeit, Erinnerung und Urteil. Von hier aus blickt sie zurück: auf ein Leben im Schatten großer Gesten, auf eine Familie, zerrissen von Schuld, Gewalt und Schicksal und auf ihren stillen, beharrlichen Wunsch nach etwas scheinbar Unbedeutendem: einem ganz normalen Leben. In einem intensiven Monolog gibt Ismene sich selbst eine Geschichte.
Mit großer emotionaler Klarheit stellt sie sich ihrer eigenen Wahrheit und fragt, was es bedeutet, zu existieren, wenn einem der Ruhm der großen Erzählungen verwehrt bleibt. Ob es weniger Mut braucht, nicht zu handeln oder der Wunsch nach Sicherheit, nach Alltag, nach Leben nicht ebenso viel Kraft verlangt wie der offene Widerstand. So entsteht ein zartes und zugleich kraftvolles Gegenbild zur heroischen Tragödie: die Geschichte einer Frau, die aus dem Schweigen tritt und ihr Recht auf eine eigene Stimme einfordert.
Inszenierung & Ausstattung: Miriam Haltmeier
- ⚠ Premiere
- Datum
- 09.01.2027
- Einlass
- 18:30 Uhr
- Beginn
- 19:30 Uhr
- Ort
- Foyer Bühne
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