Rio Reiser: Der Traum ist aus, aber...
Sänger der Revolte, Politrocker, Romantiker, Hassprediger, Muse, Schlagerstar, Kunsthure.
Kaum eine Figur der deutschen Popgeschichte ist so widersprüchlich beschrieben worden wie Rio Reiser. Und doch griff keine dieser Zuschreibungen wirklich. Reiser war einer, der nie ganz in einer Rolle aufging und ihr doch ständig ausgesetzt war: als Ikone, Projektionsfläche, Hoffnungsträger. Einer, der mit seinem Alter Ego kämpfte und sich immer wieder neu auf die Bühne warf – zwischen Heldendenkmal und Bravo-Starschnitt, Utopie und Ernüchterung. An diesem Abend begeben wir uns auf die Suche nach dem Menschen hinter den Zuschreibungen: Wer war Ralph Christian Möbius aus Traunreut? Finden lässt er sich – wenn überhaupt – nur in seiner Musik, seinen Texten, seinen Brüchen. „Ich bin kein Guru, kein Politiker“, sagte Reiser. „Ich erzähle Märchen, Geschichten, Volkslieder.“ Der Leipziger Schauspieler und Musiker Peter Schneider nähert sich einem seiner großen Vorbilder auf eigene Weise. In einer szenisch-musikalischen Nachtgestalt transformiert er Reisers Poesie in einen intensiven Theaterabend voller Schmerz, Zärtlichkeit und Liebe zur Musik. Begleitet von einer Band, die dem Eisleber Publikum aus CABARET bekannt ist, entsteht ein emotionales Porträt zwischen Hoffnung und Realität. Dieser Abend fragt: Was geschieht, wenn große Ideale als Rollenbilder zerfallen? Und wie lebt man weiter zwischen Rebellion und Alltag, Traum und Wirklichkeit?
Regie: Uwe Bautz
Musikalische Leitung: Peter Schneider
Ausstattung: Hildegard Altmeyer
Mit: Peter Schneider, Julia Zabolitzki
Musiker: Georg Spieß, Andreas Schwaiger, Sascha Paul Stratmann, Melchior Walther
weitere Infos: www.peter-schneider.tv