Kino im Theater: Für die Liebe noch zu mager?
Ein Blick zurück und zwei nach vorn – Mit DEFA-Filmen auf Spurensuche
Susanne ist 18 Jahre alt und Facharbeiterin in einem Textilbetrieb. Sie ist fleißig und immer da, wenn es Arbeit gibt oder jemand Hilfe braucht, zu Hause und im Betrieb. Am Ende der Maidemonstration werden ihr alle Fahnen in die Hand gedrückt, bei der GST-Übung ist sie die Aktivste, aber beim Tanz wird sie als Letzte aufgefordert. Dass auch sie Wünsche hat, bemerkt keiner - auch der etwas versponnene Lutz nicht, in den sie verliebt ist. Die beiden sind zusammen aufgewachsen, doch dass sie inzwischen erwachsen ist, sieht er nicht. Das egoistische Verhalten ihrer Freundin Daisy löst eine Wandlung in Susanne aus. Sie entwickelt Selbstbewusstsein, Rückschläge inbegriffen, und erobert sich Lutz. Die beiden verbringen eine kurze, glückliche Zeit. Als Lutz eines Tages von dannen zieht, er will die Welt erobern, verabschiedet Susanne ihn mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)
Weitere Details zum Film finden Sie hier in der Datenbank der DEFA-Stiftung.
Unser Gastronom Manuel Wirth bereitet für die Kino-Abende eine besondere kulinarische Begleitung zu. Eine Vorbestellung des Essens beim Gastronomen ist notwendig.
Zu diesem Termin kommt auf den Tisch: "Soljanka Theatrowa" – Fruchtig, Feinsauer und Fleischig mit Zitrone und Smetana
Zur Filmreihe:
Erinnerung an vergangene Zeiten hilft uns, in der Gegenwart neue Handlungsspielräume zu eröffnen. Denn die Auseinandersetzung mit dem Vergangenen lässt den Sinn des Heutigen besser verstehen. Doch unser subjektives Wissen um das Früher ist durch spätere Erfahrung vielfach gebrochen. Von daher erscheint es oftmals ausgesprochen erhellend und anregend, sich mit originalen Zeugnissen erinnerter Zeit zu befassen.
Dafür bilden mit Blick auf das Leben in der DDR seinerzeitige DEFA-Spielfilme einen guten Anknüpfungspunkt. Die Filmemacher versuchten, in ihren Geschichten Ausschnitte des gesellschaftlichen Lebens authentisch darzustellen und über Fiktion eine neue, oft auch kritische und spannungsreiche Dimension gegenüber der Realität zu schaffen. Dabei konnten nicht alle Themen angesprochen werden. Doch bei dem, was gezeigt wurde, sollte das Publikum sagen: Ja, so kann es tatsächlich gewesen sein.
Die Filmreihe ist eine Form, mit der das Theater Eisleben unter der Moderation des Filmpublizisten Klaus-Dieter Felsmann den gedanklichen Austausch mit seinem Publikum über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges sucht.
Weitere Kinotermine in dieser Spielzeit:
Do, 16.10.2025 „Bankett für Achilles“, Re: Roland Gräf (1975)
Do, 18.12.2025 „Das kalte Herz“, Re: Paul Verhoeven (1950)
Do, 15.01.2026 „Spur der Steine“, Re. Frank Beyer (1966)
Do, 12.02.2026 „Die Fahne von Kriwoj Rog“, Re. Kurt Maetzig (1967)
Do, 19.03.2026 „Dach überm Kopf“, Re: Ulrich Thein (1980)
Do, 16.04.2026 „Der geteilte Himmel“, Re. Konrad Wolf (1964)
Do, 21.05.2026 „Zwei schräge Vögel“, Re: Erwin Stranka (1989)
Mit Einführungen von Klaus-Dieter Felsmann
Diese Vorstellung liegt in der Vergangenheit
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