Kino im Theater: Dach überm Kopf
Ein Blick zurück und zwei nach vorn – Mit DEFA-Filmen auf Spurensuche
Karoline Gluth geht auf die vierzig zu, hat einen 18-jährigen Sohn, der studiert und somit unabhängig ist. Sie entschließt sich, ein neues Leben zu beginnen, nimmt Abschied von der Rügener Familiengastwirtschaft, wo sie als Köchin sehr gut verdient hat. Im Randgebiet von Berlin kauft sie sich ein Häuschen - nach einem Foto. Die Realität allerdings sieht weniger freundlich aus als das Bild. Das Haus ist dem Einsturz nahe und hat einen illegalen Bewohner, Christian. Sie setzt ihn zwar an die Luft, aber er hilft ihr durch den Dschungel der Handwerker- und Materialbeschaffung. Dabei lernt sie Baubrigadier Herbert Kotbuß kennen, gerät mit ihm aneinander - und imponiert ihm. Karoline beißt sich durch, das Geld geht zur Neige, sie muss sogar ihr Auto verkaufen, und am Ende ist das Haus immer noch ziemliches Flickwerk. Aber sie hat ihren Anspruch an sich selbst verwirklicht - das neue, eigenständige Leben beginnt.
(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)
Weitere Details zum Film finden Sie hier in der Datenbank der DEFA-Stiftung.
Unser Gastronom Manuel Wirth bereitet für die Kino-Abende eine besondere kulinarische Begleitung zu. Eine Vorbestellung des Essens beim Gastronomen ist notwendig.
Zur Filmreihe:
Erinnerung an vergangene Zeiten hilft uns, in der Gegenwart neue Handlungsspielräume zu eröffnen. Denn die Auseinandersetzung mit dem Vergangenen lässt den Sinn des Heutigen besser verstehen. Doch unser subjektives Wissen um das Früher ist durch spätere Erfahrung vielfach gebrochen. Von daher erscheint es oftmals ausgesprochen erhellend und anregend, sich mit originalen Zeugnissen erinnerter Zeit zu befassen.
Dafür bilden mit Blick auf das Leben in der DDR seinerzeitige DEFA-Spielfilme einen guten Anknüpfungspunkt. Die Filmemacher versuchten, in ihren Geschichten Ausschnitte des gesellschaftlichen Lebens authentisch darzustellen und über Fiktion eine neue, oft auch kritische und spannungsreiche Dimension gegenüber der Realität zu schaffen. Dabei konnten nicht alle Themen angesprochen werden. Doch bei dem, was gezeigt wurde, sollte das Publikum sagen: Ja, so kann es tatsächlich gewesen sein.
Die Filmreihe ist eine Form, mit der das Theater Eisleben unter der Moderation des Filmpublizisten Klaus-Dieter Felsmann den gedanklichen Austausch mit seinem Publikum über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges sucht.
Weitere Kinotermine in dieser Spielzeit:
Do, 16.10.2025 „Bankett für Achilles“, Re: Roland Gräf (1975)
Do, 20.11.2025 „Für die Liebe noch zu mager?“, Re: Bernhard Stephan (1973)
Do. 18.12.2025 „Das kalte Herz“. Re: Paul Verhoeven (1950)
Do, 15.01.2026 „Spur der Steine“, Re. Frank Beyer (1966)
Do. 12.02.2026 „Die Fahne von Kriwoj Rog“ Re. Kurt Maetzig (1967)
Do, 16.04.2026 „Der geteilte Himmel“, Re. Konrad Wolf (1964)
Do, 21.05.2026 „Zwei schräge Vögel“, Re: Erwin Stranka (1989)
Mit Einführungen von Klaus-Dieter Felsmann