Die Blechtrommel

Große Bühne
Gastspiel
Foto: Birgit Hupfeld

von Günter Grass

Gastspiel des Berliner Ensembles

Noch kaum geboren, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster – und lehnt sie ab. Denn die Welt, in die er 1924 in Danzig hineingeworfen wird, ist die Welt des heraufziehenden nationalsozialistischen Regimes. Eine Welt, die kaum konstruktive Entwicklungsmöglichkeiten für einen Heranwachsenden bereitstellt. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel eröffnet ihm eine akzeptable Überlebensperspektive: die Existenzform als Trommler, ein groteskes Künstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen.

So beschließt Oskar an seinem dritten Geburtstag, sich dieser Welt zu verweigern, nicht mehr zu wachsen, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht, verknüpft Privatgeschichte mit der Geschichte des Dritten Reichs. Er ist Zeuge, zugleich Außenseiter, Ankläger wie Beteiligter einer Welt, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust möglich ist, und stellt damit die Frage nach persönlicher Verantwortung in einer heillos dunklen Welt.

Günter Grass hat sich zeitlebens verantwortlich gefühlt für das Grauen, das in deutschem Namen begangen wurde. Die Blechtrommel ist auch ein Versuch, die Mechanismen der eigenen Verführung durch nationalistische, faschistische Ideologien durchsichtig zu machen und dagegen zu trommeln. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreisträger Günter Grass, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur.

Regisseur Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnittenen Fassung.

SCHAUSPIEL Nico Holonics
REGIE Oliver Reese BÜHNE Daniel Wollenzin KOSTÜME Laura Krack
MUSIK Jörg Gollasch LICHT Steffen Heinke DRAMATURGIE Sibylle Baschung

PRESSESTIMMEN

,,Eine virtuose Oskar-Soloshow des Ausnahmeschauspielers Nico Holonics.“ (Berliner Zeitung)

,,In einem dramatischen Hochseilakt zwischen Identifikation und Distanz, bedrängender Vergegenwärtigungswut und leiser Andeutung gelingt Nico Holonics in einem Atemzug die Entwicklung vom rebellischen Kleinkind und greinenden Balg zum tückischen Strategen.“ (Deutschlandfunk)

,,Man ist ganz auf der Seite des Schauspielers, der greint und grübelt, verführerisch flüstert und größenwahnsinnig schreit.“ (Süddeutsche Zeitung)

,,Schauspielertriumph“ (Frankfurter Rundschau)

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