Judas

Monolog von Lot Vekemans, aus dem Niederländischen von Christine Bais und Eva M. Pieper

Was glauben wir über ihn zu wissen? Und was davon ist Wahrheit, was bloß Erzählung? Seit mehr als zweitausend Jahren trägt Judas Iskariot einen Namen wie ein Brandmal. Verräter. Dreißig Silberlinge. Ein einziger Augenblick, der zur ewigen Gewissheit wurde. Doch was, wenn diese Geschichte eine Stimme bekommt? Wenn jene Tat, die das Leben Jesu unwiderruflich veränderte, nicht länger von anderen erzählt wird, sondern von dem, der sie beging? Judas tritt hervor als Mensch. In einem intensiven, schonungslosen Monolog will Judas Fragen stellen, die tief in seine eigene Psyche gehen: Warum habe ich getan, was ich getan habe? War es Verrat, Gehorsam, Schuld oder Erfüllung eines größeren Plans? Und: Hätte es das Christentum ohne mich überhaupt gegeben? Judas’ Selbstbefragung ist ehrlich, widersprüchlich, unerbittlich. Sie öffnet einen Raum, in dem Schuld nicht eindeutig ist und Identität brüchig. Aus seinen Worten entsteht das Porträt eines Mannes, verurteilt von der Geschichte, gefangen in einem einzigen Bild und doch beharrlich in seinem Anspruch: Ich bin mehr als mein Ruf.

Datum
27.09.2026
Einlass
15:00 Uhr
Beginn
16:00 Uhr
Ort
Foyer Bühne
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Menschen

Bild von
Foto: Johanna Baschke

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Judas

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