Ein ganz besonderes Kinderstück

"Nur ein Tag"

„Nur ein Tag“ ist ein faszinierendes Kinderstück der besonderen Art.

Martin Baltscheit erhielt dafür den Preis des Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres 2014, als Autor, Interpret, Regisseur und Illustrator. 2017 gab der Drehbuchautor sein Spielfilmdebüt mit „Nur ein Tag“, gezeichnet mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2017 in der Kategorie „Bester Kinderfilm“. Alles aus einer Hand und nun auch auf der Bühne:

Was, wenn man nur einen einzigen Tag hätte? Als Wildschwein und Fuchs der Eintagsfliege beim Schlüpfen zusehen, wissen sie schon, dass es besser wäre, gleich abzuhauen. Denn bestimmt ist die kleine Fliege bezaubernd und man wird sich anfreunden, sich vielleicht sogar verlieben. Und wer sagt überhaupt der gerade Geschlüpften, die sich für eine Maifliege hält, die Wahrheit? Wildschwein und Fuchs stammeln sich mühsam aus der Affäre, lügen zur Not: Der Fuchs, der Arme, würde den heutigen Tag nicht überleben, deshalb sei man so traurig. Die junge, hübsche Fliege ist ehrlich gerührt und zögert nicht lange: Dann muss eben das ganze Leben in diesen einen Tag hinein: ein ganzes langes Leben inklusive dem großen Glück!

Authentisch, mit einem dezenten Hauch an Humor und einem kindlichen und sehr verständlichen Stil bringt Martin Baltscheit den Kleinen und die es mal waren seine Geschichte näher. Wie wertvoll es ist jeden Tag so zu leben als sei es der Letzte, wie viel eine tiefe und innige Freundschaft bedeutet, Zusammenhalt und Wertschätzung. Aber auch das Zusammenspiel zwischen Leben und Tod, Freud und Leid, und vor allem Abschied nehmen von einem geliebten Menschen.

Durch ihre Freude, Abenteuerlust und lustigen Ideen steckt die Eintagsfliege an und animiert mit auf eine fantastische Reise zu gehen, die man so schnell nicht mehr vergessen wird.

Er erzählt seine Geschichte mit unglaublich viel Fantasie und wunderbar poetischen Worten („Der Stundenplan des Lebens füllt sich von selbst.“), stets leicht und doch mit ganz viel Tiefgang, mit Humor und unendlich viel Gefühl. Stellenweise ist diese Geschichte urkomisch und herzzerreißend zugleich, ein echtes Wechselbad der Gefühle.

Garniert ist das Ganze mit vielen Lebensweisheiten, die zum Teil althergebracht („Das Leben ist zu kurz zum Streiten.“), aber auch deswegen einfach zeitlos und immer richtig sind („Der Tod ist wie das Leben – unvermeidbar. Niemand weint über das Leben und deshalb sollte auch keiner über den Tod weinen.“).

Andere Weisheiten sind wiederum einfach nur zum Schmunzeln („kuscheln statt killen“), aber deswegen nicht weniger wahr.

 

Montag, 14. Februar 2022, 11.00 Uhr auf der Foyerbühne (Theater in den Ferien)
Dienstag, 29. März 2022, 9.30 Uhr auf der Foyerbühne
Mittwoch, 28. April 2022, 9.30 Uhr auf der Foyerbühne

 

Impf- oder Genesenennachweis und ein zertifizierter Test, der Test enfällt bei dritter Impfung.
Besucher unter 18 Jahren benötigen am 14. Februar einen Test.

Regie: Sebastian Wirnitzer, Ausstattung: Wiebke Horn
Besetzung: Julius Christodulow, Paul Hofmann, Almut Liedke, Ronja Jenko

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