Neuigkeiten aus der Theaterpädagogik

Nach der vollen Premiere des Jugendstücks „Rishi“ mit Schülerinnen und Schülern der Marguerite-Friedlaender-Gesamtschule aus Halle am 21.01.2026, die einen Tag zuvor von Theaterpädagogin Christin Trommer intensiv auf das Stück vorbereitet wurden, ging das Theater Eisleben einen neuen theaterpädagogischen Weg.

Am 27.01.2026 fand erstmals eine besondere Form der Nachbereitung zu „Rishi“ statt. Statt eines klassischen Nachgesprächs wurden 30 Schülerinnen und Schüler selbst aktiv: An fünf interaktiven Stationen im Foyer des Theaters setzten sie sich intensiv mit den Themen des Stücks auseinander.

Es wurde abgestimmt, diskutiert, geschrieben und reflektiert:
Ist der Schütze schuldig – oder nicht?
Würde Rishi noch leben, wenn er blond gewesen wäre?

Besonders eindrucksvoll war die Abstimmung über die Schuldfrage: Die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer hielten den Schützen mehrheitlich für schuldig. Im anschließenden gemeinsamen Gespräch zeigte sich jedoch schnell, wie komplex diese Frage ist – und wie sehr sie einfache Antworten verweigert.

An einer weiteren Station verfassten die Jugendlichen kurze Nachrichten an Rishis Mutter, an einer anderen wechselten sie bewusst die Perspektive:
Was würden Rishis Angehörige über den Polizeiapparat sagen?
Und was würden die Angehörigen der Polizei über Migrantinnen und Migranten denken?

Diese besondere Form der Nachbereitung findet auch nach den Vorstellungen am 9., 10. und 25. Februar statt – für alle Termine gibt es noch freie Plätze.
Bei ausgebuchten Vorstellungen wird das Angebot vor Ort durch ein Nachgespräch mit den Theaterpädagoginnen und den drei Darstellerinnen und Darstellern ergänzt.

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