Über uns

 
Bis hierhin und noch weiter!

Das Theater Eisleben in der Lutherstadt Eisleben, unter der Leitung von Intendant Frank Martin Widmaier, ist das erste deutsche Nachkriegstheater und bis heute ein Schauspielhaus mit einem vielseitigen und lebendigen Programm. Neben einem breit gefächerten Angebot im Kinder- und Jugendtheater – darunter Produktionen wie Das kalte Herz, Was rappelt in der Kiste? oder Rishi – bietet der Abendspielplan ebenso anspruchsvolle Inszenierungen für ein erwachsenes Publikum. Dies zeigt sich unter anderem in der erfolgreichen Inszenierung des Musicals Cabaret. Ergänzt wird das Repertoire durch ein abwechslungsreiches Gastspielprogramm, das die Eisleber Bühnen regelmäßig bereichert. Dabei sind bereits Kooperationen entstanden, unter anderem mit dem Opernstudio der HMT Leipzig sowie dem Berliner Ensemble. Das Haus verfügt über zwei Bühnen: eine Studiobühne mit rund 100 Plätzen sowie eine Große Bühne mit etwa 400 Plätzen. Darüber hinaus ist das Theater Eisleben auch über die eigenen Hausgrenzen hinaus präsent – mit Auswärtsspielen in Bernburg, Klassenzimmerstücken sowie mobilen Produktionen, die unter dem Motto #regionalMSH im gesamten Landkreis Mansfeld-Südharz unterwegs sind.

 

Foto: Jens Schlüter

 

72 Jahre Theatergeschichte

Nach mehreren, teils wechselhaften Theateraktivitäten entstand in der Lutherstadt im Jahr 1945 auf Initiative von Felix Ecke das erste deutsche Nachkriegstheater. Diese frühen Bemühungen um ein Theater mit fester Spielstätte waren jedoch nur von kurzer Dauer. Erst 1956 fand das drei Jahre zuvor im Klubhaus der Jugend und des Sports gegründete Thomas-Müntzer-Theater eine dauerhafte Heimat: Es zog in das umgebaute ehemalige Terrassen-Café an der Landwehr ein. Mit der politischen Wende 1990 geriet das Theater in eine existenzielle Krise. Der Zusammenbruch der gewachsenen Publikumsanzahl und die Schließung zahlreicher regelmäßig bespielter Gastspielorte stellten das Haus vor große Herausforderungen. In dieser Phase wurde es unter dem Namen Landesbühne Sachsen-Anhalt weitergeführt. Trotz intensiver Anstrengungen konnten die Sparte Musiktheater und das Orchester aus finanziellen Gründen nicht erhalten werden und mussten 1993 aufgegeben werden. Die Geschichte des Hauses spiegelt sich auch in seinen wechselnden Namen wider: vom Bürgertheater über das Thomas-Müntzer-Theater und die Landesbühne Sachsen-Anhalt bis hin zum Kulturwerk MSH – heute trägt es schlicht den Namen Theater Eisleben. Während in seinen Hochzeiten mehr als 200 Menschen hier arbeiteten, sind es inzwischen noch 45.

 

 

Zwei Blicke zurück und einer nach vorn...

  • 11. Oktober 1953: Gründungsakt und erste Premiere des Thomas-Müntzer-Theaters im Klubhaus der Jugend und des Sports mit der Uraufführung „Thomas Müntzer in Mühlhausen“ – Erster Intendant: Herbert Roehmelt – 72 Mitarbeitende
  • 25. Dezember 1956: Umzug in ein eigenes Haus (umbautes Terrassen-Café an der Landwehr); erste Vorstellung „Der Raub der Sabinerinnen“
  • 1. August 1960: Übernahme des Musiktheater-Ensembles des Stadttheaters Köthen – Mehr als 200 Mitarbeitende
  • 21. August 1960: Eröffnung des „Volkstheaters“ durch Intendant Herbert Keller mit der komischen Oper „Der Waffenschmied“
  • 1. August 1964: Beginn der Intendanz von Gerhard Neumann – Engere Verknüpfung zwischen Theater und Mansfeld-Kombinat
  • Anfang 1970er: Eröffnung einer zweiten Spielstätte im Haus – Foyertheater
  • 1. September 1975: Beginn der Intendanz von Manfred Müller-Kuhl
  • Ende 1970er: Nach bautechnischer Prüfung droht die Sperrung des Gebäudes – Diese kann aber abgewendet werden
  • 1. Februar 1980: Beginn der Intendanz von Klaus-Dieter Braun
  • 1. Februar 1987: Beginn der Intendanz von Frank Hofmann
  • 9. Oktober 1989: Fall der Berliner Mauer – Zusammenbruch der Zuschauerstruktur und Wegfall vieler Abstecherorte
  • 5. Mai 1990: Umbenennung in Landesbühne Sachsen-Anhalt
  • 1993: Gründung des Orchesterfördervereins – Heute: Verein der Freunde des Theaters e. V.
  • 23. Januar 1993: Letzte Musiktheaterpremiere: „Die Zauberflöte“
  • Sommer 1993: Schließung der Musiktheatersparte und des Orchesters – 93 Mitarbeitende
  • 4. Oktober 1994: Beginn der Intendanz Ulrich Fischer
  • 1995: Sanierungsarbeiten – Neuer Bühnenfußboden und neue farbliche Gestaltung des Zuschauerraums
  • 1996: Weitere Sanierungsarbeiten – Neuaufbau der Foyerbühne und des Zuschauerraums
  • Oktober 1999: Premiere „Hamse mal ne Mark – im Konsum, da gibt’s Quark“ – Über 200 Vorstellungen (Laufzeit bis 2010)
  • 27. September 2003: Premiere „Faust. Der Tragödie erster Teil“ zum 50. Geburtstag des Theaters
  • 2010: Überführung des Zweckverbandes in eine gGmbH
  • Juni 2013: Geplante vollständige Streichung der Landesmittel – Nach landesweiten Protesten zahlt das Land Sachsen-Anhalt ein Drittel des bisherigen Zuschusses – Forderung nach „Transformation“ der Landesbühne in ein Kulturwerk – 38 Mitarbeitende
  • Ende 2018: Korrektur der Zuschusskürzungen durch die Nachfolgeregierung – Das Haus darf wieder als Theater arbeiten
  • 2023: Anbau eines Fahrstuhls und Einrichtung einer barrierefreien Toilette – Neubau der Werkstätten – 45 Mitarbeitende
  • 30. September 2023: Premiere „Faust. Der Tragödie erster Teil“ zum 70. Geburtstag des Theaters
  • 12. Juni 2024: Ernennung von Frank Martin Widmaier zum Intendanten ab der Spielzeit 2025/26
  • 21. Juni 2025: Abschied von Ulrich Fischer nach 31 Jahren Intendanz – Große Abschiedsgala
  • 01. August 2025: Beginn der Intendanz von Frank Martin Widmaier
  • 16. August 2025: Erste Premiere unter der neuen Leitung „Romeo und Julia an der Jukebox“

 

Intendanten des Hauses

Herbert Roehmelt (1953–1959)
Herbert Keller (1959–1964)
Gerhard Neumann (1964–1975)
Manfred Müller-Kuhl (1975-1980)
Klaus-Dieter Braun (1980–1986)
Frank Hofmann (1987–1994)
Ulrich Fischer (1994-2025)
Frank Martin Widmaier (seit 2025)

Foto: Leonard Schneider